Gisa Pauly: So wurde ich Autorin

Von Generation WOW07.08.2018

Sie war Lehrerin, bis sie den tiefen Wunsch verspürte: Ich will was ändern! Heute ist die Münsteranerin eine unserer meistgelesenen Krimi-Autorinnen. MEINS sprach mit Gisa Pauly, 71, über Mut zur Veränderung und wie der Schritt in die Selbstständigkeit als Schriftstellerin gelingt…

MEINS: Liebe Frau Pauly, das war ein mutiger Schritt von der Beamtin zur Freiberuflerin, oder?

Gisa Pauly: Ja, ich erinnere mich noch gut an den letzten Arbeitstag, als ich meinen Schülern so hinterherschaute. Ich fragte mich, ob ich die richtige Entscheidung getroffen oder einen großen Fehler gemacht hatte. Aber dann fiel mir wieder ein, was ich mir so oft gesagt hatte: Am Ende des Lebens wird man vielleicht das bereuen, was man falsch gemacht hat, aber ganz sicher das, was man nie gewagt hat. Das hat mir sehr geholfen.

MEINS: Haben Sie als Profi-Schreiberin ein paar Tipps für uns, wie man den richtigen Verlag findet?

Gisa Pauly: Ich hatte es mit dem ersten Buch, „Mir langt’s! Eine Lehrerin steigt aus“, vergleichsweise leicht, weil es ein brisantes Thema war. Belletristik, also Romane und Krimis, anzubieten ist viel schwieriger. Ich würde davon abraten, einem Verlag unverlangt ein Manuskript zu schicken. Die Verlage werden überhäuft damit, kaum jemand hat Zeit, auch nur einen Blick hineinzuwerfen. Ich habe von Anfang an mit einem Literaturagenten zusammengearbeitet. Vor 20 Jahren war das unüblich in Deutschland, heute hat man ohne kaum eine Chance.

MEINS: Wo und wie haben Sie die besten Einfälle? „Wellenbrecher“ ist ja schon der zwölfte Band…

Gisa Pauly: Ich beobachte, höre zu, lese viel. Ideen kommen z. B. bei der Fahrt im Bus, einem Zeitungsartikel. Oder beim Fahrradfahren oder Bügeln, wenn der Geist fliegen kann.

„WELLENBRECHER“

Was täte Kommissar Wolf nur ohne seine Schwiegermutter Mamma Carlotta?! Eine heiße Spur führt nach Italien. Piper Taschenbuch, 11 €

Foto: Angela Vicedomini
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